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Tränen im Glasgarten Erst während die letzten Tropfenuns durch die Finger rinnenwird uns gewahr, dass der Kristall der Zeit,der klar und fest, unendlich schien, langsam schmolz. So freudig dem endlosen Jetzt verbundengab es kein Ende im Strom unserer Tagezwei Wochen sind das Immer,so fühlten wir, so lebten wir, so war es gut. Doch nun, da Du mich umarmst,unsere Wangen gegen den Abschied sich schmiegen,meine Träne unser beider Haut berührt,ist es die Besiegelung, dass Zeit ein Ende hat. Schwer fallen die Sekunden,zersplittern in grelle Blitze,und schieben sich unaufhaltsamzwischen unsere Umarmung… Tropf, Tropf, Tropf, Sekundenzeiger klopftsich seinen Weg in unsren Kopf. Ein wenig noch lass mich versuchen,unsren Zeikristall vor dem Schmelzen zu bewahren mit beiden Händen ihn zu fassen, mit langsamen Bewegungen die Zeit zu halten. Auch wenn die Tropfen dann noch deutlicher und schmerzlicher mir rinnen. Tropf, Tropf, Tropf,Sekundenzeiger klopftSich seinen Weg in unsren Kopf. Und nun, da der Vorhang schwer zum letzten Akt zweier wundervoller Wochen fällt,und dieser letzte Akt so irdisch schalnach Packen, Abschied, Dank uns schmeckt… War da nicht ein freundlich Lachen der Ewigkeit?War da nicht der Hauch Unendlichkeit, den diese Zeit uns üppig schenkte?War da nicht ein zärtlich‘ Ruf „Ich bleib!“? Die Facetten unsres Zeitkristallsschimmern uns in allen Farben,malten Bilder die wie Türen sindzu neuen Tiefen unsres Gartens. So ließ das Trauern um die Endlichkeit des SeinsRaum für die Unendlichkeit des Werdens.Und das eine Ende eines Weges war doch nur Anfang neuer Zeiten und des neuen, weit’ren, tief‘ren Wir’s. Willkommen im Glasgarten! (C) Leo Sievering
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